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Flugtransport vom 26.03.11


Malaga - zum Dritten

Bilder und Videos von der Reise sehen sie HIER!
Alle Infos über eine Flugpatenschaft lesen sie HIER!

Flugpaten sind rar – es gab in letzter Zeit unschöne Vorfälle wo Hunde nicht den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend auf die Reise geschickt wurden und so geht die Bereitschaft von Reisenden einen oder auch mehrere Hunde auf ihr Spanien-Ticket mitzubringen stetig zurück – leider gegen Null.
Das bedeutete für mich – als Hundefan und Lebensgefährte einer „Aktiven“ nun schon den 3. Spanien-Trip in Folge.

Gut – ein Fensterplatz auf dem Flug AB 7989 von Malaga nach Palma de Mallorca im Flugzeug Boeing 737-800 und eine wunderbare Aussicht auf Spaniens Berge - Sierra Nevada?

Wieder mal nach Málaga. Schade dass ich heute nur sowenig Zeit habe, denn das Wetter ist hervorragend und ganz so wie ich es mag, nämlich nicht zu heiß, sondern sonnig mit leichtem Wind und angenehme 23 Grad Celsius.
So viele Möglichkeiten gäbe es heute: ans Meer gehen, Sightseeing, Shopping - es ist Samstag, oder dem Treiben beim Málaga Festival des Films zusehen. Nun das genehmige ich mir in einer Bar neben dem großen Kino. Lauter wichtige Leute, ganz bestimmt! Mengen von Filmkameras, Fotoapparaten, Mikrofonen. Ich bestelle fünf verschiedene Tapas und einen dreiviertel Liter Wasser.

Mit vollem Bauch eile ich los Richtung Bushaltestelle, nicht ohne noch den ein oder anderen Schnappschuss zu machen. Mittlerweile weiss ich ja die ungefähre Richtung, was bei einer Stadt am Meer meistens ausreichend ist. Im Slalom geht es durch die Gassen um die Menschen draußen vor den Lokalen herum. Viertel vor drei erreiche ich die Haltestelle; die hochmoderne elektronische Anzeige zeigt mir, das die Linie A erst in fünfzehn Minuten abfährt. Das wird knapp, da ich um 15.30 am Schalter von AirBerlin mit Mar verabredet bin. Mit fünf Minuten Verspätung erreiche ich die Schlange vor dem Schalter nachdem ich wie schon beim letzten Mal wieder erst auf der falschen Etage war, auf der es nicht weitergeht. Am Check-in Schalter stehen viele Menschen in zwei Schlangen an aber keine Mar, nur ein jüngerer Spanier mit zwei großen Flugboxen. Vielleicht ein Gehilfe; "Hola!" aber eher mit Fragezeichen. "Mar? Arca Jaen?" Daraufhin zeigt er mir eine Internet-Adresse, die wie üblich mit fettem Marker auf eine der Flugboxen geschrieben ist. Aber definitiv keine mir bekannte. Mittlerweile ist es ca. zwanzig Minuten nach vereinbartem Zeitpunkt und ich fange an zu überlegen; was wäre wenn, . . . sie nicht kommt; wegen Verkehrsstau, Panne, Unfall?
Ich drehe mich um in die Richtung aus der ich Hundegebell höre und was auch die Richtung ist aus der Mar die letzten Male gekommen ist und da kommt sie auch zusammen mit ihrem Ehemann und drei großen Flugboxen und einer kleinen Transporttasche auf drei Gepäckwagen. Wir begrüßen uns sehr herzlich und ich versuche drei spanische Sätze, die mir Andrea kurz zuvor per SMS zukommen lassen hat richtig auszusprechen, was mir wohl leidlich gelungen zu sein scheint, da Mar sich sehr gefreut hat. Nun stellen wir uns ernsthaft an, denn bisher habe ich einige die nach mir gekommen sind vor gelassen.

So, es sind alle da:

Dora - 43cm/9kg, Bilder ...
Princesa - 33cm/7kg, Bilder ...
Diego - 32cm /6,5kg, Bilder ...
Caruso - 40cm/ 8kg, Bilder ...
Alan - 45cm/12kg, Bilder ...
Aldo - 45cm/12kg, Bilder ...
Fonsa- 37cm/7kg, Bilder ...
Casimiro - Minihund, Bilder ...
Kim - 32cm/6kg, Bilder ...

Dritte Flugbox vom check-in unklar, soviel bekomme ich mit; nach einigem "Palaver" heißt es am Ende, dass schon Platz ist für die Box, wir aber am Schalter von AirBerlin noch vierzig Euro bezahlen müssen. Kein Problem - wir schieben ja jetzt zu dritt unsere insgesamt neun Hunde auf den drei Gepäckwägen durch die Halle, ca. 200m weiter, wir kennen uns aus. Dort wieder Palaver, auch wieder sehr freundlich und entspannt, Telefonate, Befragung des Computers und siehe da, die Zahlung ist verbucht. Jetzt gehe ich allein, da wir die Aufkleber schon vorher auf die Boxen geklebt hatten, zurück zum Check-in um meine Bordkarte zu holen, die mir die freundliche junge Frau auch gleich aushändigt - mit neun Hunden ist man wohl selbst bekannt wie ein bunter... Wieder zurück schieben wir weiter zum "Ground Service", wo ein Mitarbeiter in aller Ruhe die neun Pässe unserer Hunde fotokopiert. Noch bevor er damit fertig ist, sehe ich die freundliche junge Frau vom AirBerlin Check-in auf mich zukommen. Was kann sie wollen? Freundlich erklärt sie mir - jetzt auf Deutsch, dass sie mir zuvor falsche Plätze reserviert hat. Diese waren jeweils in den zwei Reihen, wo sich die mittleren Notausstiege befinden. Dort darf kein Gepäck unter den Sitzen verstaut werden - und dort hätte ja Casimiro in seiner kleinen Transporttasche während der beiden Flüge sein müssen. Sie gibt mir zwei neue Bordkarten mit Fensterplatz in Reihe sechs links und erklärt mir noch, dass auf dem ersten Flug nach Palma de Mallorca mein Nachbarsitz frei bleibt-was ich natürlich sehr angenehm empfinde, weil einfach bequemer - bevor sie sich nochmal von uns verabschiedet.
Nun stößt noch eine Flughafenmitarbeiterin hinzu, die uns zur Gepäckaufgabe für Sperrgepäck begleitet. Die war auch schon beim letzten Mal zugegen und ich glaube die macht das einfach, weil sie Hunde mag oder Mar sympathisch findet oder beides zugleich oder umgekehrt.
Dort bei der Sperrgepäckannahme müssen die Boxen noch durchleuchtet werden. Dazu müssen wir die Hunde erst einmal heraus nehmen, dann die Box aufs Förderband stellen und wenn die Box durch ist geben wir die Hunde wieder in die Box zurück. Das ist dann die letzte Gelegenheit für Mar und ihren Mann den Hunden Lebewohl zu sagen, was sie auch tun. Dann kontrolliert ein Flughafenmitarbeiter noch, ob die Boxen richtig verschlossen sind und zur Sicherheit wird noch jede in der Mitte mit Klebeband umwickelt. Mittlerweile ist es schon ziemlich spät und ich verabschiede mich gleich hier von Mar und ihrem Mann, nicht ohne wieder einmal schmerzlich zu bemerken, dass ich kaum ein Wort Spanisch spreche und dass es einfach schade ist, gerade in solchen Momenten mit so sympathischen Menschen nicht wenigstens ein paar Worte wechseln zu können. Mar gibt mir noch ein kleines Geschenk mit - Gottseidank nur etwas Kleines denke ich, da ich ja vergessen hatte ihr Käse aus dem Allgäu mit zu bringen, dann nehme ich die Tasche mit Casimiro und meinen kleinen Rucksack und gehe schnell zur Sicherheitskontrolle. Geldbeutel, Handy, Laptop in die erste Plastikwanne, Jacke und Rucksack in eine zweite, vorher noch Plastikbeutel mit Zahncreme, und Waschutensilien, herausnehmen und den Hosengürtel ausziehen und alles in eine weitere Plastikwanne legen. Casimiro muss ich auch aus seiner Tasche nehmen. Nach der Durchleuchtung alles schnell wieder anziehen, einpacken verstauen und dabei zuallererst immer auf Casimiro achten.
So - jetzt noch auf der nächsten Anzeigetafel schauen zu welchem Gate ich muss und mich auf den Weg dorthin machen. Ein paar hundert Meter sind es sicher, teilweise auf Förderbändern, da: Gate D 42 - geschafft!

Ankunft Stuttgart

Nach einer guten Stunde Aufenthalt bzw. Zwischenstopp in Palma de Mallorca geht es nun in einer anderen Maschine weiter nach Stuttgart. Diesmal habe ich es leider nicht so bequem, aber meine Sitznachbarn sind angenehm zurückhaltend. Landung in Stuttgart bei leichtem Regen sogar ein paar Minuten vor der geplanten Ankunftszeit. In Gedanken habe zwar schon ein paar Varianten, wie ich das mit den drei Flugboxen anstelle durchgespielt, aber letzten Endes ist die reale Situation maßgebend. Also lasse ich mich einfach überraschen.
Als erstes besorge ich mir mal drei Gepäckwagen, was aber gar nicht so schnell geht, weil mir das nötige Kleingeld fehlt.
Aber siehe da ein freundlicher Schwabe, den ich frage, ob er wechseln kann schenkt mir sogar ein Fünfzig-Cent Stück. Jetzt sehe ich, dass die erste Flugbox schon heraus gestellt wurde. Nacheinander bringe ich drei Gepäckwagen dorthin. Aber jetzt brauche ich Hilfe. Da das Förderband für das normale Gepäck meines Fluges gleich nebenan ist, schau ich mir einfach mal die Gesichter der am nächsten stehenden an, um irgendwie heraus zu finden, bei wem ich die besten Chancen habe. Ah da ist eine kleine Gruppe von Männern die recht freundlich zu den Hunden in den Boxen hinschauen. "Ich brauche mal eben jemand der stark genug ist mir beim Aufladen zu helfen." Und schon stehen meine drei Boxen auf den drei Gepäckwagen, Tasche mit Casimiro und mein Rucksack obendrauf. Jetzt spreche ich noch einen anderen Herrn an, ob er mir helfen kann, die Wagen zum Ausgang zu schieben, wozu er sofort bereit ist. An einen eventuell seine Pflicht gemäß der verschiedenen EU-Verordnungen tuenden Amtsveterinär denke ich nur kurz, aber es zeigt sich keiner - also hinaus! "Vielen herzlichen Dank!", der freundliche Herr muss wieder zurück zum Band um sein eigenes Gepäck zu holen. Auf der anderen Seite der Türe steht auch schon das "Empfangs- Komitee" bereit. Jetzt werden in einer etwas ruhigeren Ecke des Flughafens die Boxen nacheinander in aller Ruhe geöffnet und den Neuankömmlingen aus Spanien erstmal ein passendes Geschirr angepasst. Dann werden sie vorsichtig herausgelassen und überschwänglich begrüßt, wohlwollend begutachtet und wenn nötig beruhigt. "Willkommen in Schland - in einem neuen Leben!


PS.: Viva-animal e.V. ist bei TRACES (link) registriert – d.h. die Mitnahme der Hunde per Flugpate ist angemeldet und offiziell abgesegnet – das macht das Ganze zu einem Abenteuer wo böse Überraschungen am Zoll ausgeschlossen sind.