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Claudia

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Claudia

Die Ankunft:
Am 9.5. hatte ich Geburtstag. Am 9.5. um 23:15 sollte Claudia, das wohl süßeste Hundemädchen in deren Foto ich mich jemals verliebt hatte, in Köln landen. Sie hätte mir bis nach Wiesbaden gebracht werden können, doch irgendwie wollte ich sehen, wie sie aus dem Kennel steigt und ihr neues Leben begrüßt.
So schenkte mir eine liebe Freundin zum Geburtstag, dass sie mit mir nach Köln runterschüsselt, das kleine Mädchen abholt und uns heim in unser Zuhause bringt, wo Claudias neuer Freund „Kosh“ schon auf sie wartete.
Die Maschine war schon im Landeanflug, als wir ankamen und ich verrenkte mir den Hals um auch ja sofort zu sehen, wenn sie kommt. Ich hatte alles dabei: Sagrotan, feuchte Tücher, Küchenrolle, Kotztüten, Kotbeutel, Geschirr, Schleppleine, kurze Leine, Napf, Wasser und eine Menge guter Vorsätze, Wünsche und Hoffnungen. Und natürlich: Aufregung!!!
Endlich kam eine junge Frau mit einem großen Kennel durch die Schleuse. Ich erkannte Claudia natürlich gleich durch das Gitter und denke es sah recht peinlich aus, wie ein 26jährige hüpfend und springend vor Freude um eine völlig Fremde und den Kennel tanzt.
Mit verschlafenen Äuglein, aber in Windeseile wedelnder Rute begrüßte mich ein kleiner Sonnenschein, der noch viel süßer ist, als die Fotos vermuten lassen. Und so zogen wir mit einer von der Sedierung taumelnden, aber zufriedenen Mausi davon.
Im Auto war sie sehr, sehr ängstlich. Sie krabbelte mir auf den Schoß, steckte ihr kleines, rundes Köpfchen unter meinen Arm und holte ihn auch nur manchmal zum tief Luft holen wieder raus, um ihn danach ganz schnell wieder zu verstecken.
Zuhause angekommen traf sie gleich auf Kosh, meinen kleinen Schatz und Begleiter seit fast 8 Jahren. Eigentlich mag er alle Hunde. Eigentlich mag er immer spielen, aber mit so einen kleinen Temperamentsbolzen hatte er nicht gerechnet. So knurrte er erstmal völlig erschüttert. Vielleicht merkte er auch gleich, dass seine „Pole Position“ als „kleiner Prinz“ der Familie bedroht ist. Schließlich ist die Kleine auch extrem süß und setzt ihre Kulleraugen genauso gekonnt ein, wie mein Kleiner das schafft.
Nach einem Gassi schlief ich auf der Couch ein. Sie neben mir. Der Schlaf war allerdings nicht lange und ständig unterbrochen, da Claudia sich wahnsinnig über meine Anwesenheit freute. Alle 5 Minuten. Mit Zunge...

Ein neuer Name:
Bei mir ist es Brauch, dass alle Tiere, die aus dem Tierschutz stammen erstmal einen neuen Namen bekommen um den neuen Lebensabschnitt zu kennzeichnen und zu zeigen, dass sie ab jetzt nie wieder hungern, frieren oder Angst haben müssen und das ab jetzt alles immer im Überfluss da sein wird: Essen, Trinken, Spielzeug, Gras unter den Füßen, Bewegung und vor allem die Liebe, die jedes Tier als Geburtsrecht haben sollte.
Mein Freund hatte als er mich kennenlernte panische Angst vor Hunden. Ich weiß noch, wie meine beiden Jungs auf ihn zu rannten um ihn zu begrüßen und er plötzlich leichenblass wurde, sich aber die größte Mühe gab für mich cool zu wirken.
Nun fast 3 Jahre später geht er wie selbstverständlich Gassi, streichelt die Hunde, rauft mit ihnen, spielt Ball und versteht die Hundesprache weitestgehend. Und er weinte genauso bitter wie ich, als sich vor einem halben Jahr der Krebs in meinem 2. Hund Elvis breit machte und er schließlich den einzigen Weg antrat, auf dem ich ihn nicht begleiten konnte.
Für mich stand fest, dass ein 2. Hund auf Dauer wieder einziehen muss. Nachts Fahrrad zu fahren und nur 4 Pfoten zu hören machte mich so traurig. Alles war irgendwie sinnloser geworden. Wozu Schnee, wenn Kosh mit niemandem darin spielen kann? Wozu ein See, wenn ich keine Bälle mehr werfen kann?
Er fehlte so sehr, mein Riesenschnauzer Elvis, dass ich nicht sicher war, ob ich jemals einen zweiten Hund lieben könnte. Deswegen sollte der 2. erstmal ein Pflegehund sein.
Da ich so meinen armen Freund, der ja eigentlich ein Katzenmensch ist, schon wieder einen Hund aufhalse, durfte er diesmal den Namen aussuchen:
Claudia heißt nun „Cantona“ bei uns. Wird aber meistens „Motte“, „Rübe“, „Öhrchen“ oder „Aaaah, hör auf zu Schlabbern!!!“ genannt.
„Cantona“ ist der Nachname eines Fußballspielers, der meinen Freund wohl beeindruckt und geprägt hat. Die berühmte Nr.11 von Manchester United.
Nun ist es der Name des kleinen Mädchens, die gerade ihren Kopf vertrauensvoll auf meinem Fuß ablegt...

Canelloni:
Hätte ich das gewusst, hätte ich Cantona lieber „Canelloni“ genannt.
Nein, nicht weil sie so hohl ist und auch nicht weil sie so rund ist. Ganz im Gegenteil. Sie zeigt sich als sehr intelligent und leider ist sie so gar nicht rund. Durch die Umstellung auf BARF und die viele Bewegung kann man ihre Rippen recht deutlich sehen. Ich verwöhne das kleine Mädchen deshalb und sie bekommt für so gut wie alles ein Leckerlie ins Mäulchen gestopft, was sie mit zufriedenem Schmatzen und einem Schlabberkuss quittiert. Insgesamt ist Küssen für sie die beste Antwort auf alle Fragen des Lebens. Wir wundern uns sehr, wie in so eine kurze Schnauze so eine unglaublich große Zunge reinpasst.
Und dieses kurze Mäulchen und diese lange Zunge sind es auch, die ihr den Spitznamen Canelloni eingebracht haben. Sie füllt sich nämlich unheimlich gern mit allem.
Und wenn ich „allem“ sage, dann meine ich, dass sie sich wirklich, wirklich mit allem füllt!
Leider ist das nicht nur lustig, dass sie alles aufhebt und wild schüttelt und damit rumflitzt, sondern auch eklig und teilweise gefährlich.
Morgens ganz früh einem sturen Kloßköpfchen drei mal einen toten Vogel aus dem Rachen zu ziehen ist die eine Sache, aber um jeden Stein einen Bogen zu machen und jede Kastanie zu meiden, macht das Leben ein bisschen kompliziert. Sie kaut leidenschaftlich gern auf Steinen herum und trägt selbst große Betonblöcke mit einem unheimlichen Stolz umher.
Jeder Grashalm zwischen Gehwegplatten wird ausgerupft und rumgetragen und auch gerne gefuttert.
Insgesamt gilt die Devise: Alles erstmal rein und DANN schauen wir mal, ob es überhaupt essbar ist.
Gerade beim Gras merkt man ihr eben doch an, dass sie ein Zwingerhund war.
Ich hoffe, dass sie bald merkt, dass es immer genug Futter geben wird und dass sie nicht das gesamte Gras im Park futtern muss, denn morgen geht es wieder in Feld, Wald und Park und dort wird uns wieder eines erwarten: GRAS!

Der Teufel:
Cantona ist rassetypisch mit kaum etwas wirklich zu schocken.
Klar, Autofahren muss erstmal gelernt werden und freiwillig einsteigen in das seltsame Ding und woanders fahren als auf dem sicheren Schoß der Pflegemami kommt nicht in Frage, aber Angst ist etwas anderes.
Auch Bus und Bahn fahren findet sie aufregend, aber Angst? Nein!
Der Kumpel da neben ihr hat das schließlich auch nicht und die Neugierde siegt bei so einem kleinen Wirbelwind doch eh immer.
Einige Dinge, da ist sich Cantona jedoch absolut sicher, sind vom Teufel besessen!!!
Da gibt es so seltsame Zweiräder. Da sitzen Menschen drauf und die sind schnell. Dann macht das manchmal auch noch so ein komisches Geräusch. Hört sich an wie eine Türklingel, es kommt aber niemand zu Besuch, sondern da kommt dann einer mit Affenzahn angeheizt und will vorbei, obwohl sie da doch gerade schnüffelt. Das kann ja doch nur der Teufel sein und so muss man erstmal kurz losrennen um sich dann schnell zu verstecken. Hinter der Pflegemami. Ist ja klar!
Dann gibt es da noch so ein komisches Ding. Das ist fast rund, bewegt sich kaum, ist aber laut, hat einen langen Hals und saugt den Dreck, den man mühsam mit hoch in die Wohnung geschleppt hat einfach weg! Total fies. Und wenn man sich während das Ding läuft hinter Mami verstecken will, dann rollt das Teil einem immer hinterher! Ist das zu glauben?
Aber es geht noch weiter! Danach kommt ein seltsames Ding, das frisch riecht und so gar nicht nach Hund oder Wald oder Dreck, sondern nassen Boden hinterlässt auf dem man auch noch rutscht. Und wenn man vorsichtig dran riecht, dann wird die Nase nass und man kriegt den Geruch ewig nicht mehr weg, muss niesen und dabei die ohnehin schon großen Äuglein noch mehr aufreißen.
Zum Glück sind die Hundekissen sicher vor diesen bösartigen Gerätschaften und so kann man dort sicher die Rindersehnen und Ochsenziemer vergraben, die man nicht fertig kauen kann. Sieht auch keiner. Erst wird ein Loch mit der Nase in die Styroporkügelchen gedrückt und dann liebevoll Stofffalten über die Beute gelegt. Nur gemein, dass der Kosh so eine gute Nase hat und die Leckereien trotzdem findet…

Flexileinen:
Eigentlich hasse ich Flexis. Ich habe starke Vorurteile gegenüber diesen Dingern und noch stärkere Vorurteile über Menschen die ihre Hunde an diesen ärgerlichen Leinen führen, in denen man sich andauernd verheddert und drüber stolpert.
Nun habe ich da einen kleinen, wilden Hund der nach vorne, nach hinten, rechts und links und dabei noch in die Luft rennt, hüpft und dotzt. Ein klarer Fall für die Schleppleine!
Ich wohne mitten in der Stadt und muss für meine kurzen Gassirunden in einen öffentlichen Park und nachdem ich dort das erste mal mit Schleppleine war und an dieser Grillreste, Exkremente, Bierlachen, Dornen, Federn und allerlei Undefinierbaren hängen gehabt habe, beschloss ich; dass ich die gute alte Flexi rauskrame, die ich eigentlich schon längst bei Ebay verkaufen wollte.
Cantona läuft nun an der 5 Meter Flexi und macht das eigentlich schon sehr schön.
Klar ist es für sie noch schwierig einfach mal neben mir zu laufen und so ist mein rechter Arm schon stattlich stark geworden, aber prinzipiell weiß sie, was sie tun soll. Sie ignoriert es eben recht gern im jugendlichen Überschwung.
Bei diesen Aktionen passiert es allzu oft, dass sie versucht an mir vorbei zu preschen und mich einwickelt.
Inzwischen kann ich mit der Flexileine meine ganz eigene Art von Dogdancing. Ich drehe und wende mich und reiße meine Arme in die Luft und nur ab und an passiert es, dass wir in eine ausweglose Situation gelangen. Besonders morgens, wenn meine Reaktionsfähigkeit noch stark gemindert ist, versuche ich immer vergebens zu vermeiden, dass Mausimaus um einen Baum läuft, denn dann passiert folgendes: Sie steht links neben mir und die Leine führt rechts um den Baum. Ich renne also nach rechts um möglichst schnell die Leine abzuwickeln. Logisch. Cantona jedoch findet es unglaublich witzig, dass ich so renne und rennt munter mit. Natürlich auch nach rechts. Und so renne ich der Leine hinterher und sie mir und irgendwann Leine ich sie kurz ab und wieder an. Denn klappen tut das doch nie…
Ohne Leine:
Cantona ist ein Hund der sich seinem Menschen und seinem Hundepartner sehr, sehr eng anschließt. Das merkt man nicht nur daran, dass sie morgens plötzlich neben einem unter (!) der Decke liegt, sondern auch daran, dass sie ständig nach einem schaut und guckt und Kontakt aufnimmt. So werden Kosh und meine Hand immer gestubbst, wenn die kleine Gurke vorbei geflitzt kommt. Langsames bewegen ist immer noch ein Fremdwort. Auch die Abrufübungen im Garten laufen mehr als gut und in mir drin entstand sehr schnell das Vertrauen, dass sie ein Hund ist, der gar keinen Wunsch hegt weiter weg vom eigenen Rudel zu sein, als es eigentlich sein müsste.
Deswegen, und weil sie mich ganz dumm erwischt hatte und ich sehr schmerzhaft hingefallen bin, leinte ich sie das erste Mal im Park ab. Da, wo keine Menschen sind und wo so viel Platz ist, dass sie auch mal einen Flitz-Anfall bekommen kann.
Bewaffnet mit Ball und Leckerlies machte ich mir auch keine Sorgen.
Sie flitzte los, wollte spielen, nervte Kosh, der doch viel wichtigeres zu tun hatte (Markieren) und rannte hin und her und her und hin und hierhin und dorthin und fand typisch wieder 1000000 Sachen die man rumtragen und schütteln konnte.
Als ich auf die Knie ging, meine Arme ausbreitete und ein fröhliches „Uiuiui Cantonaaaaaaah“ anstimmte schmiss mir die kleine Grinsebacke ihr Herz und ihre 12 Kilo mit voller Wucht entgegen. Ich konnte zwar einige Sekunden nicht atmen aufgrund dieses grobmotorischen Überschwangs, dennoch war ich einfach glücklich.
Sie wird nun täglich abgeleint. Ich wähle die Orte sehr sorgfältig aus, aber sie erstaunt mich immer wieder auf’‘s Neue, denn ihr ist es wirklich am allerwichtigsten, dass sie bei uns in der Nähe ist und so kann ich sie sicher und zuverlässig abrufen und sie kommt jedes mal mit voller Begeisterung angeschossen…

…So fing ich damals Cantonas Tagebuch an…
Ich schrieb wochenlang fast täglich über Ihre Erlebnisse, ihre Schandtaten, ihre Fortschritte und ihren doch sehr, sehr eigenen Charakter, so einen, wie ich ihn noch nie bei einem Hund erlebt habe.
Nach den Beschreibungen im Internet, ihrer Geschichte und ihrer Herkunft erwartete ich einen verschüchterten, ängstlichen, traumatisierten Hund, den ich erstmal sehr langsam an das Lesen, die Geräusche und die Eindrücke gewöhnen muss. Einen Hund, der langsam an meine Familie, die Tiere, die Kinder, die Umgebung und den Alltag herangeführt werden müsste.
Nun weiß ich absolut nicht, wie Mar das geschafft hat, aber scheinbar muss es in Jaen Wunder geben, denn Cantona ist ein Hund, der keine Ängste, kein Misstrauen, keine Vorsicht und keine Zurückhaltung kennt.
Sie findet jeden Menschen wundervoll.
Sie findet jeden Hund absolut klasse.
Sie findet höchstens mal LKWs mit Anhänger, die 80 km/h fahren so imposant, dass sie mal aufschaut.Sie liebt Kinder und deren Raudau.
Sie liebt es sich mitten in den größten Stress und die größte Unruhe zu begeben und dort rumzuclownen und alle Menschen, ob groß oder klein, zum Lachen zu bringen.
Keine Ängste, keine Traumata, nur pure Lebensfreude: Das ist meine Cantona.
Aber dadurch entstehen natürlich auch Probleme, die mich immer noch stark beanspruchen. Sie findet alle Menschen so toll, dass sie auf diese zudonnert, sie anspringt und abschleckt. Ob sie die Menschen kennt, ist ihr dabei vollkommen egal. Männern muss ich grundsätzlich raten ihr nur mit Tiefschutz zu begegnen, da sie es auch schon geschafft hat meinem Hausverwalter mit der vollen Power eines jungen, 14kg schweren Boxermischlings in den Schritt zu springen. Das war peinlich!
Da sie keine Angst vor Hunden und vor sonstigen Tieren hat, rastet sie vollkommen aus, sobald sie einen potentiellen Spielpartner entdeckt. Und das sind natürlich alle. Katzen rennen nur vor ihr weg, weil sie spielen wollen. Vögel fliegen nur weg, weil das ein tolles Spiel ist. Und an der Leine führt sie einen Affentanz auf, wenn ein Hund auch nur in Riechweite ist. Hierbei zeigt sie gerne, dass sie aus dem Stand in meine Achselhöhle springen kann.
Sie ist ein Wirbelwind und so führe ich sie an Halsband und Geschirr, damit sie sich nicht allzu sehr um die eigene Achse drehen kann, wenn sie losflippt. Die Leinenführigkeit ist eh unser großes Sorgenkind.
Was soll ich sagen: Zwei Dinge kann ich an Hunden nicht ausstehen. Wenn sie ihre Besitzer rücksichtslos durch die Gegend ziehen und wenn die Kläffen. Kläffen tut die Kleine nur beim Spielen, aber sie zieht wie eine gute alte Dampflok, gepaart mit der Feinmotorik einer Dampfwalze und der Manövrierfähigkeit eines flotten John-Deer-Träckers.
So überlegte ich lange, lange, ob ich das kleine Ding wirklich behalten kann. Klar ist sie unglaublich süß, klar lieben sie alle, die sie einmal kennengelernt haben, aber schaffe ich es, einen solch dickköpfigen, unerzogenen, grobmotorischen, nervigen, rastlosen, unentspannten, ausdauernden, schmerzunempfindlichen, ungebundenen, Boxer-Mix hinzubekommen? Zu erziehen? Nach meinen Wünschen und Vorstellungen? So, wie meinen kleinen Kosh? Oder so wie Elvis? Oder werde ich am Ende auch so eine schwache Frau die von ihrem viel zu starken Hund an der Flexi durch die Gegend gezogen wird und schon von weitem schreit „Die will nur spielen, aber ich kann sie nicht haaaaalten!“?
Hach…so eine Entscheidung will wohl überlegt sein.
Denn wahrscheinlich hätte Cantona es in einem Zuhause besser, wo man sie so akzeptiert wie sie ist. Jemand der nicht ganz so sehr darauf bedacht ist nicht negativ aufzufallen und auch ja die Hunde immer unter Kontrolle zu haben und und und…
Dann war es soweit. Mein Freund und ich hatten eine Woche England gebucht und Cantona sollte zu einer Hundesitterin gehen. Ich schreibe immer eine Gebrauchsanweisung für meine Hunde und so schrieb ich auch dort alle möglichen und unmöglichen Dinge rein, die man über Cantona wissen sollte.
Unter anderem ihre jetzigen Spitznamen: Canneloni-Toni, Tonini, Tunella, Cantonella, Cantonellita, Dr. Zoidberg, Stinknudel, Madame Kanonenpo, Lady Rattenschwanz, wobei vorletztes von dem Spitznamen „Hast du grad gepupst?“ abgeleitet wurde.
Kurz bevor ich meine Mausi abgeben musste um für eine lange Woche wegzufahren, wurde mir mein Herz schwer und ich konnte kaum aufhören das kleine Ding zu streicheln und zu Herzen. 5 Tage. Eine Ewigkeit ohne Hunde. Eine Ewigkeit ohne Cantona.
Ich schaute der Mausi tief in die fast schwarzen Kulleraugen und merkte das, was schon alle meine Freunde und meine Familie lange wussten: Dieser Hund zieht nicht mehr aus.
Die Hundesitterin lachte, als ich ihr das sagte und meinte „Ab 5 Spitznamen kann man den Hund nicht mehr weggeben!“…Recht hatte sie…
Und so arbeite ich nun an der Kleinen, habe schon einige Phasen durch, wo ich sie hätte erschlagen können und liebe sie trotzdem. Oder vielleicht gerade deswegen?
Ich danke dem Team aus Jaen, allen voran Mar, dass sie so großartiges leisten!
Nachdem ich Kosh aus dem Tierschutz hatte und dieser mir mit 8 Monaten fast an Leishmaniose gestorben wäre, wollte ich eigentlich nie wieder einen Hund aus dem ausländischen Tierschutz. Nie wieder! Niemand hatte mich als 18jährige über Krankheiten aufgeklärt, untersucht war Kosh auf nicht geworden, geimpft war er nur so ein klein bisschen und so musste ich meinem Hund zusehen, wie er vor sich hin starb, bevor endlich die Medikamente griffen…Scheiß Tierschutzvereine!
Und nun schaut euch viva-animal an…Die Untersuchungen werden gemacht, kranke Tiere werden noch vor Ort auf Medikamente eingestellt, es wird für jedes kranke Tier gekämpft, potentielle Besitzer werden aufgeklärt und nicht im Stich gelassen. Tierhilfe vor Ort ist das Hauptaugenmerk des Vereins, wobei nie vergessen wird, dass jeder einzelne Hund wertvoll ist.
Endlich ein Verein, wo ich guten Gewissens eine Schutzgebühr zahle, da diese wirklich dafür genommen wird um Tiere zu schützen…Danke dafür!